Es gibt Tage, an denen der Wecker klingelt und ich schon beim Aufwachen merke:

Heute wird kein guter Tag.

Der Unterleib schmerzt.

Der Rücken zieht.

Ich fühle mich müde, obwohl ich eigentlich genug geschlafen habe.

Mein Körper schreit förmlich nach Ruhe.

Und trotzdem stehe ich auf.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Man geht duschen.

Zieht sich an.

Trinkt einen Kaffee.

Nimmt vielleicht eine Schmerztablette.

Und fährt zur Arbeit.

Nicht weil es einem gut geht.

Sondern weil man das Gefühl hat, funktionieren zu müssen.

Das schlechte Gewissen fährt immer mit

Ich glaube, viele Frauen mit Endometriose kennen dieses Gedankenkarussell.

„Vielleicht geht es ja später besser.“

„Die anderen schaffen das doch auch.“

„Ich kann mich doch nicht schon wieder krankmelden.“

„Was denken meine Kollegen?“

„Was sagt mein Chef?“

Man möchte niemanden im Stich lassen.

Man möchte zuverlässig sein.

Man möchte nicht als empfindlich gelten.

Also geht man arbeiten.

Obwohl der Körper eigentlich etwas ganz anderes braucht.

Unsichtbare Schmerzen sind schwer zu erklären

Das Schwierige an Endometriose ist, dass man sie oft nicht sieht.

Niemand erkennt von außen, wie stark die Schmerzen wirklich sind.

Viele Frauen hören deshalb Sätze wie:

„Du siehst doch gut aus.“

„So schlimm kann es doch nicht sein.“

„Es sind doch nur Regelschmerzen.“

Solche Aussagen können sehr verletzend sein.

Denn nur weil man lächelt oder zur Arbeit geht, bedeutet das nicht, dass man keine Schmerzen hat.

Funktionieren kostet Kraft

Ich habe oft versucht, einfach durchzuhalten.

Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ständiges Funktionieren seinen Preis hat.

Der Körper sendet Signale.

Und wenn wir sie immer wieder ignorieren, wird es oft nicht leichter.

Natürlich weiß ich, dass nicht jede Frau einfach zu Hause bleiben kann.

Viele haben Verantwortung.

Einen Beruf.

Rechnungen, die bezahlt werden müssen.

Genau deshalb fällt diese Entscheidung oft so schwer.

Ich lerne, besser auf meinen Körper zu hören

In den letzten Monaten habe ich begonnen, meinem Körper mehr zuzuhören.

Das gelingt mir nicht immer.

Manchmal übergehe ich meine Grenzen noch immer.

Aber ich werde besser darin.

Ich versuche mir bewusst zu machen:

Eine Pause ist kein Zeichen von Schwäche.

Sie ist manchmal genau das, was mein Körper braucht.

Du musst niemandem etwas beweisen

Ich weiß, wie schwer das ist.

Gerade wenn man das Gefühl hat, immer stark sein zu müssen.

Doch wir müssen niemandem beweisen, wie viel Schmerz wir aushalten können.

Unser Körper leistet jeden Tag unglaublich viel.

Deshalb dürfen wir ihm auch Ruhe schenken.

Ohne schlechtes Gewissen.

Mein Wunsch an dich

Falls du diesen Artikel gerade an einem schwierigen Tag liest, möchte ich dir etwas mitgeben:

Sei freundlich zu dir.

Du bist nicht faul.

Du bist nicht schwach.

Und du stellst dich auch nicht an.

Du gibst jeden Tag dein Bestes.

Manchmal besteht das Beste einfach darin, sich eine Pause zu erlauben.

Denn Gesundheit bedeutet nicht nur, immer weiterzumachen.

Manchmal bedeutet Gesundheit auch, rechtzeitig innezuhalten.

Und genau das dürfen wir lernen.

Schritt für Schritt.